Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg

Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg. Basilika aufgenommen von Südost.
Stadtpfarrkirche Strausberg. Basilika aufgenommen von Südost.

Die nur wenige Kilometer voneinander entfernten Städte Strausberg und Altlandsberg haben vieles gemeinsam. Sie lagen in dem zwischen Wettinern und Askaniern umkämpften Gebiet des Barnim. Sie sind Stadtgründungen der askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. und besitzen Marienkirchen aus Feldstein im spätromanischen Stil. Strausberg wurde mit zwei Parallelstraßen, dem Kirchplatz, der Kirche sowie dem Marktplatz in der Mitte planmäßig angelegt. Von der Stadtbefestigung haben sich im Süden der Stadt Teile aus der Zeit um 1250 erhalten. Markgraf Otto III. gründete hier 1254 ein Dominikanerkloster und vermutlich erfolgte auch hier der feierliche Akt der Aufteilung der Askanierdynastie in eine johanneische und eine ottonische Linie.

Basilika

Die Strausberger Marienkirche ist, wie die in Altlandsberg, eine Basilika ohne Querschiff, mit Westturm und einschiffigem, flach geschlossenem Chor. Trotz der vielen Spitzbögen aus der Entstehungszeit muss das Gebäude der Spätromanik zugeordnet werden. Das Baumaterial aus sorgfältig gequaderten Feldsteinen weist ebenso darauf hin, wie die schweren Baumassen mit geschlossenen Mauerflächen. Auch die nur gedrückt spitzbogigen Fenster (nebst einigen rundbogigen) und die ursprünglich vorhandene flache Balkendecke sind Indizien hierfür.

Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Sorgfältig gequadertes Mauerwerk des Westriegels
Sorgfältig gequadertes Mauerwerk des Westriegels

Anders als in Altlandsberg wurde hier der Westriegel fertiggestellt, allerdings ebenfalls nach einer Bauunterbrechung. Sie ist an der Fassade durch den Wechsel von spätromanischem zu gotischem Mauerwerk deutlich ablesbar. Über dem dreifach gestuften Westportal ist das Fenster zum unteren Turmraum noch erhalten. Nach einem kleinen Rücksprung (ähnlich der Berliner Nikolaikirche und der Dorfkirche Marienfelde) erheben sich zwei Turmgeschosse in unterschiedlichem Mauerwerk. Sie werden von einem Walmdach abgeschlossen. Die Turmfenster nach Westen sind korbbogig, die übrigen spitzbogig.

Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Westriegel
Westriegel
Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Turmfenster Südseite
Turmfenster Südseite
Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Turmfenster Nordseite
Turmfenster Nordseite

Umbauten

Die späteren Umbauten im Innern sind auch am Außenbau deutlich zu erkennen. Durch den Einzug der gotischen Gewölbe mussten die romanischen Fenster geschlossen werden und niedriger angebrachte, korbbogige traten an ihre Stelle. Auf der Südseite ist das besonders gut zu erkennen. Die Seitenschiffe wurden erhöht, von ihren Originalfenstern ist nichts mehr bewahrt. Aber der Chor präsentiert sich von Norden und Osten zum großen Teil im Originalzustand. Lediglich eine niedrige Sakristei wurde nördlich angebaut. Besonders schön ist die Ostansicht mit ihren drei großen Fenstern und dem blinden Rundfenster im Giebel.

Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg südliches Seitenschiff und Obergaden
Südliches Seitenschiff und Obergaden
Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Nördliche Chorwand und vorgesetzte Sakristei.
Nördliche Chorwand und vorgesetzte Sakristei.
Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Ansicht von NE auf den Chor mit Sakristeianbau
Ansicht von NE auf den Chor mit Sakristeianbau
Stadtpfarrkirche St. Marien Strausberg Originale Ostwand des Chors
Stadtkirche Strausberg Originale Ostwand des Chors

Der Turmraum ist mit einem wahrscheinlich ursprünglichen Kreuzgratgewölbe gedeckt. Die Südwand des Turms enthält innen noch einen alten, jetzt verschütteten, Aufgang. Die originalen spitzbogigen Arkaden des Langhauses stehen auf quadratischen Pfeilern. Seit dem Umbau im 15. Jahrhundert sind sie von Kreuzrippengewölben überspannt, die außen von Strebepfeilern an Schiff und Chor gestützt werden. Die Gewölbemalereien stammen aus derselben Zeit. Sie zeigen Ranken im Langhaus und figürliche Szenen im Chor. Weitere Ausstattungsstücke sind ein spätgotischer, farbiger Schnitzaltar mit einer Mondsichelmadonna im Mittelschrein, Gedenktafeln, Grabdenkmäler, Ölgemälde, eine äußerst seltene Büßerzelle sowie eine Sauer-Orgel. Bemerkenswert ist auch der Epitaph des Chronisten der Mark Brandenburg, Andreas Angelus.

Infobox


Adresse

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Empfohlene Route

Nordöstliche Route

Offizielle Website

Ev. Kirchengemeinde St. Marien Strausberg