Dorfkirche Frankena

Dorfkirche Frankena Blick von Südost
Dorfkirche Frankena Blick von Südost

Von Riedebeck wendet man sich nun zum Zentrum des romanischen Kirchenbaus dieser Gegend, dem Kloster Dobrilugk. Zunächst erreicht man über Sonnewalde das Dorf Frankena. Als „Vrankynow“ wird der Ort 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name lässt sich als „Frankenaue“ deuten und gibt damit einen Hinweis auf die Herkunft der ersten Siedler. Eine zweite Urkunde, 1234 ausgestellt vom Markgrafen von Meißen, Heinrich dem Erlauchten, bestätigt dem Kloster Dobrilugk den Besitz dieses Dorfes. Nicht lange danach wird man den Beginn der Bauarbeiten an der Dorfkirche ansetzen können.

Das exakte Mauerwerk und die saubere Bauausführung belegen, dass das Gebäude von – hö́chstwahrscheínlich vom Kloster beeinflussten – Fachleuten errichtet wurde. Es besteht aus querrechteckigem Westturm, Schiff und eingezogenem Chor mit geradem Ostabschluss. Die Kirche ist also eine dreiteilige Anlage mit Turm. Die Feldsteinquader sind mit äußerster Akkuratesse behauen und in einzelnen Lagen gleichmäßig geschichtet. An der Südwest-Ecke des Turmes ist ein Schachbrettstein vermauert.

Dorfkirche Frankena Portal
Dorfkirche Frankena, zugesetztes Gemeindeportal mit Ansatz des Kreuzes über der Spitze

Ein zweistufiges, spitzbogiges und jetzt zugesetztes Feldsteinportal mit dem Relief eines Kreuzes aus Feldstein auf seiner Spitze an der Südseite des Schiffes bildete den Originaleingang. Jetzt erfolgt er über die moderne Eingangshalle an der Südseite des Chores, wo man das Innere durch die Priesterpforte (im selben Stil wie das Hauptportal) betreten kann. Der gerade geschlossene Ostgiebel des Chors besitzt noch die original erhaltene spitzbogige Dreifenstergruppe, welche zusammen mit dem im Innern erhaltenen spitzen Triumphbogen und den Portalen auf eine Vollendung der Kirche um 1250 hinweist.

Nachromanische Veränderungen

1488, in der Spätgotik, erhöhte man den Turm in Backstein und brachte im Innern des Schiffs eine Bauinschrift an, aus der wir entnehmen können, dass die Kirche dem Hl. Pantaleon geweiht war. Vielleicht entstammt auch die an der Nordseite angebaute und ebenfalls aus Backstein bestehende Sakristei dieser Zeit. Der neue Turmabschluss erhielt als Bauschmuck monumentale Blenden aus ineinander verschränkten Rundbögen, ein romanisches Motiv, das in verkleinerter Form an der Klosterkirche Dobrilugk, aber auch sehr häufig an den Backsteinkirchen des Havellandes vorkommt (sog. Kreuzbogenfries).

Die Restaurierung von 1906 veränderte die Kirche erheblich: Die Fenster wurden vergrößert und bekamen Backsteinlaibungen, ein westlicher Zugang wurde in den Turm gebrochen und im Süden des Chors die bereits erwähnte Eingangshalle angebaut. Abgesehen von einem Altaraufsatz des 17. Jahrhunderts stammt auch die nüchterne Inneneinrichtung aus dieser Zeit.

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keine


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