Dorfkirche Lehnsdorf

Dorfkirche Lehnsdorf von Nordost
Dorfkirche Lehnsdorf von Nordost

Von Raben wendet man sich zuerst südlich, Richtung Klein Marzehns, dann nach Nordwesten, über Klepzig nach Lehnsdorf. Das Dorf hieß bis 1937 Lotzschke, als der nach nationalsozialistischem Verständnis zu slawisch klingende Ortsname durch Lehnsdorf ersetzt wurde.

Bauteile

Die Dorfkirche ist ein unter den spätromanischen Bauten eher seltener Apsidensaal, also eine zweiteilige Anlage, ähnlich der Dorfkirche von Neschholz. Aufgrund des gut gequaderten Mauerwerks und der noch erhaltenen Rundbogenfenster kann man sie ins erste Drittel des 13. Jh. datieren.

Dorfkirche Lehnsdorf Chor Süden
Dorfkirche Lehnsdorf, Schiff mit Gemeindepforte von Süden

Auf dem westlichen Giebel sitzt ein hoher, dreiseitig verschieferter Turm von 1862. Seine Westwand besteht aus massivem Mauerwerk. Die Westfront der Kirche ist ohne Portal, die Gemeindepforte befand sich auf der Südseite, ist jedoch heute zur Hälfte zugemauert und dient als Fenster. Im Schlussstein ihres Rundbogens ist ein sogenanntes Krückenkreuz eingeritzt, ein seltenes Beispiel für Bauschmuck an einer Dorfkirche. Es hat vier Querbalken am Ende der Arme und ist im christlichen Europa weit verbreitet. Im 20. Jh. wurde es auch Symbol für rechtskonservative Gesinnung und zwar bei schlagenden Verbindungen, zuerst in Österreich, später auch in Deutschland.

Dorfkirche Lehnsdorf von Südost
Dorfkirche Lehnsdorf von Südost

Als Ersatz für das zugemauerte Gemeindeportal gibt es ein barockes am Westende des Schiffes, desgleichen ein weiteres am Ostende, von dem man aufgrund der starken modernen Veränderung des Mauerwerks nicht mehr sagen kann, ob sich hier früher die Priesterpforte befunden hat. Die Wände des Schiffs haben auf beiden Seiten drei Fenster, wovon jeweils das mittlere unverändert geblieben ist. Das Erscheinungsbild der Apsis ist komplett original.

Innenraum

Das schlichte Innere hat eine flache Holzdecke, die wie die in Raben mit Ornamenten des Jugendstils versehen ist. Teile des Fußbodens bestehen aus mittelalterlichen Backsteinen. Bemerkenswert ist noch der barocke Kanzelaltar, der vor der Apsis steht und zwei Türen besitzt, durch die man in die Apsis hineingehen kann.

Ein in der jetzigen Kirche verbauter Holzrahmen wurde dendrochronologisch auf 1177 datiert und deutet auf einen hölzernen Vorgängerbau hin, aus dem dieses Teil übernommen wurde. Auch in der Dorfkirche von Haseloff, die ebenfalls ein einfacher Apsidensaal ist, konnte ein älterer hölzerner Vorgängerbau nachgewiesen werden. Aus beiden Funden wird klar, dass die Besiedlung des Landes und der Bau von Kirchen wesentlich früher als um 1200 angesetzt werden muss.

Infobox


Adresse

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Empfohlene Route

Südöstliche Route

Offizielle Website

Gemeinde Wiesenburg / Mark