Dorfkirche Melkow

Dorfkirche Melkow, Ansicht von Südwest.
Dorfkirche Melkow, Ansicht von Südwest.

Wenige Kilometer hinter Jerichow wartet in Melkow bereits das nächste Juwel romanischer Dorfkirchen. Sie ist eine vierteilige Anlage aus dem Ende des 12. Jh., weist aber einige bemerkenswerte Besonderheiten auf. So wirkt der Turm wie nachträglich auf das – dadurch zu kurze – Schiff aufgesetzt, was im Vergleich zu der vorherigen, sehr harmonischen Kirche in Redekin etwas disproportional wirkt.

Dorfkirche Melkow, Ansicht von Nordost.
Dorfkirche Melkow, Ansicht der vierteiligen Anlage von Nordost.

Da der Turm aber dennoch die Stilmerkmale der Romanik trägt, deutet das auf eine Planänderung während des Baus hin: Offenbar hatte man – wie in Redekin – in einem Zug Apsis, Chor und Schiff bis zum zweiten Geschoss errichtet, was durch die Lisenengliederung und die Schmuckfriese dieser Bauglieder belegt wird. Dann entschloss man sich jedoch, die Baumasse zu reduzieren und setzte den Turm nicht vor das Schiff, sondern direkt auf sein erstes Viertel, wodurch es in der Länge stark verkürzt wurde (mit drei Fenstern anstatt von vier).

Nordfassade des Schiffs.
Nordfassade des Schiffs.
Rundbogenfenster, Winkelfries und Lisene an der Nordwand von Schiff und Turm.
Rundbogenfenster, Winkelfries und Lisene an der Nordwand von Schiff und Turm.
Südfassade des Schiffs.
Südfassade des Schiffs.
Ungewöhnliches Detail an der Südfassade des Schiffs: Winkelfries, über dem Fenster unterbrochen von vier Bögen eines Rundbogenfrieses.
Ungewöhnliches Detail an der Südfassade des Schiffs: Winkelfries, über dem Fenster unterbrochen von vier Bögen eines Rundbogenfrieses.

Da im Vergleich zu Redekin auch die Lisenengliederung und die Anzahl der Portale verringert wurden, kann man annehmen, dass mangelnde Ressourcen dafür verantwortlich waren. Dennoch finden sich auch hier vielfältige Schmuckfriese, am schönsten der an der Apsis mit dem kombinierten Winkel/Rautenfries und dem darüber liegenden Deutschen Band.

Apsis mit originalen Fenstern, Rautenfries und darunter Winkelfries.
Apsis mit originalen Fenstern, Rautenfries und darunter Winkelfries.

Die Gemeindeportale sind im Norden wie im Süden zu Fenstern umgearbeitet, wie auch die Priesterpforte auf der Nordseite des Chors.

Dorfkirche Melkow, südliche Gemeindepforte.
Südliche Gemeindepforte.
Südwand des Chors.
Südwand des Chors.
Dorfkirche Melkow, nördliche Gemeindepforte.
Nördliche Gemeindepforte.
Stark bewachsene Nordwand des Chors mit ehemaliger Priesterpforte und Rundbogenfenster.
Stark bewachsene Nordwand des Chors mit ehemaliger Priesterpforte und Rundbogenfenster.

Teufelskralle (siehe Redekin), Näpfchensteine und eine eingeritzte mittelalterliche Sonnenuhr ergänzen die Details des Äußeren.

Dorfkirche Melkow, Teufelskrallen in Ziegeln der Südwand des Chors.
Teufelskrallen in Ziegeln der Südwand des Chors.
Dorfkirche Melkow, Näpfchen und Teufelskrallen in Ziegeln der Südwand des Schiffes.
Näpfchen und Teufelskrallen in Ziegeln der Südwand des Schiffes.
Dorfkirche Melkow, Sonnenuhr in Ziegeln der Südwand des Chors.
Sonnenuhr in Ziegeln der Südwand des Chors.

Innenraum

Das Innere des Schiffs wirkt mit der flachen Balkendecke und dadurch, dass keine nachträglich eingebauten Emporen mehr vorhanden sind, sehr authentisch. Der Turm öffnet sich mit einem großen Rundbogen auf der Höhe der Orgelempore zum Schiff, während er im Erdgeschoss mit einer Mauer mit Tür abgetrennt ist. Im Schiff steht ein wunderbar skulptierter spätromanischer Taufstein von 1250 auf einer Säule aus späterer Zeit und im kreuzgewölbten Chor ein ebenso altes Triumphkreuz. In die Apsis sind zwei verschließbare Sakramentnischen eingelassen.

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