Dorfkirche Melkow

Dorfkirche Melkow. Ansicht von Süden auf Chor, Schiff und Turm.
Dorfkirche Melkow. Ansicht von Süden auf Chor, Schiff und Turm. Von I, DorisAntony, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2484634

Wenige Kilometer hinter Jerichow wartet in Melkow bereits das nächste Juwel romanischer Dorfkirchen. Sie ist eine vierteilige Anlage aus dem Ende des 12. Jh., weist aber einige bemerkenswerte Besonderheiten auf. So wirkt der Turm wie nachträglich auf das – dadurch zu kurze – Schiff aufgesetzt, was im Vergleich zu der vorherigen, sehr harmonischen Kirche in Redekin etwas disproportional wirkt.

Da der Turm aber dennoch die Stilmerkmale der Romanik trägt, deutet das auf eine Planänderung während des Baus hin: Offenbar hatte man – wie in Redekin – in einem Zug Apsis, Chor und Schiff bis zum zweiten Geschoss errichtet, was durch die Lisenengliederung und die Schmuckfriese dieser Bauglieder belegt wird. Dann entschloss man sich jedoch, die Baumasse zu reduzieren und setzte den Turm nicht vor das Schiff, sondern direkt auf sein erstes Viertel, wodurch es in der Länge stark verkürzt wurde (mit drei Fenstern anstatt von vier).

Da im Vergleich zu Redekin auch die Lisenengliederung und die Anzahl der Portale verringert wurden, kann man annehmen, dass mangelnde Ressourcen dafür verantwortlich waren. Dennoch finden sich auch hier vielfältige Schmuckfriese, am schönsten der an der Apsis mit dem kombinierten Winkel/Rautenfries und dem darüber liegenden Deutschen Band. Die Gemeindeportale sind im Norden wie im Süden zu Fenstern umgearbeitet, die Priesterpforte fehlt ganz. Teufelskralle (siehe Redekin), Näpfchensteine und eine eingeritzte mittelalterliche Sonnenuhr ergänzen die Details des Äußeren.

Innenraum

Das Innere des Schiffs wirkt mit der flachen Balkendecke und dadurch, dass keine nachträglich eingebauten Emporen mehr vorhanden sind, sehr authentisch. Der Turm öffnet sich mit einem großen Rundbogen auf der Höhe der Orgelempore zum Schiff, während er im Erdgeschoss mit einer Mauer mit Tür abgetrennt ist. Im Schiff steht ein wunderbar skulptierter spätromanischer Taufstein auf einer Säule aus späterer Zeit und im kreuzgewölbten Chor ein ebenso altes Triumphkreuz. In die Apsis sind zwei verschließbare Sakramentnischen eingelassen.

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